101 South – Einsamer Highway

„Mit meiner früheren Band, Liverpool Express, da waren wir halt noch Rock-Stars, lol.“

„Klaut man ein bißchen Obst im Supermarkt, ist das glerich Mundraub. Klaut man Musik, ist das okay in den Augen der Leute. Doppelmoral.“

„Kleine Labels sind toll, da herrschen Engagement und Herz. Aber einen Sendeplatz im Radio kann man damit nicht bezahlen…“

„Das Musikbiz hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine Menge an Herzkichkeit und Emotionen eingebüßt. Was da an lieblosem Zeug veröffentlicht wird.“

„Wenn man immer wieder den gleichen Krempel spielt, kann man wenigstens nichts falsch machen. So denken anscheinend manche DJs und Radio-Stationen.“

„Manchmal habe ich echt das Gefühl, daß eine allgemeine Verblödung um sich greift.“

 

 

Autograph – Steve Plunkett leicht verpoppt? Viva la boheme

„Ich mag einigen zwar ein Begriff sein, aber es ist doch wieder ein Neuanfang. umal in dieser Band eine Menge neuer und auch junger, unbekannter Leute sind.“

„Ich gestehe: Hätte ich eine Solo-Platte an den Start gebracht, wäre die mit Sicherhit zur Zeit um einiges poppiger ausgefallen. Gefällt mir eben auch und ein gewisser Hang ist da.“

„Warum sollte ich mich als Hörer einschränken? Klar, viel Masse macht viel Schrott, aber es sind immer wider Perlen dabei, die man nicht entdecken würde, würde man sich verschließen. Und ich für meinen Teil entdecke gern neues.“

„Klar vermissen viele die 80er. Es war einfach eine unglaubliche Zeit des usamenhalts, der Loyalität, des Rock´n´Roll-Feelings in Form von Chaos, intensivem Lebensgefühl und Rebelletentum. Hatte was von den Musketieren: Einer für alle, alle für einen. Dazu die großartige Musik aus dieser Zeit, die einen heute noch in den Hintern tritt.“

„Warum sollte man sich als Künstler oder Musiker nur anstrengen, wenn so und so viel Geld für die Veröffentlichung, die Produktion, die Werbung für eine Scheibe vorhanden ist? Das hätte doch mit Künstlerdasein nichts mehr zu tun.“

 

Crystal Ball – music for the masses

„Wenn die Kritiken auf ein Album durch die Bank gut ausfallen, wird´s einem schon manchmal peinlich. Das ist ja fast schon zu gut. Vor allem, wenn man vorher hauptsächlich auf Kritik gestoßen ist oder belächelt wurde.“

„Warum soll ich mich aufregen, wenn man uns in eine bestimmte Schubalde stopft? So kennen sich die Musikfans wenigstens ansatzweise aus oder haben einen Anhaltspunkt.“

„Tourneen haben auch den Vorteil, daß man irgendwann den Dreh raus hat, was das Publikum wirklich will und was nicht.“

„Mit unserer Mucke gewinnt man heutzutage nix mehr, auch keinen blumentopf. Das wissen wir selbst. Aber das taugt uns eben. Das ist unser Sound, unser Ding.“

„Es ist klasse, wenn man betrachten kann, was man erreicht hat. Damit meine ich nicht x-tausend verkaufte Platten oder die steile Karriere schlechthin. Nein, die Entwicklung für sich selbst.“

 

 

Axel Rudi Pell – Melodien aufm AB

„Wenn man sich lange bei einer Plattenfirma hält, heißt das ja nicht nur, daß man als Musiker eventuell was aufm Kasten hat, sondern auch das Label.“

„Es ist manchmal schon seltsam, wann und wo ich Songideen habe. Dauernd, das hört einfach nicht auf. Aufm Klo, beim Autofahren – dafür hab ich´n extra Rekorder, überall kann ich die Klampfe ja nicht auspacken. Wär doof am Steuer. Oder ich ruf mich kurz selbst an und summ die Melodie auf den AB.“

 

Red: Muss bestimmt witzig aussehen, wenn ein langhaariger Blonder am Steuer oder meinetwegen auch auf dem Beifahrersitz lauthals in sein Handy oder einen Taperekorder singt….. Karaoke pur. (Leichtes Lachen auf der Gegenseite)

„Wenn ich diese spontanen Ideen nicht aufgreife, sind sie erstmal futsch.“

„Gute Songs sollen nicht übrladen sein. Ich könnt mir auch einen auf der Bühne abfrickeln, allein schon für die Musikerpolizei in den letzten Reihen. Aber das ist doch eher kontra-produktiv.“

„Wenn´s mal nicht so klappt, was soll ich da ausflippen. Gut, Paganini und Co sollen ja regelrechte Prügelknaben in solchen Momenten gewesen sein.“

„Jimi Hendrix war seiner Zeit einfach voraus, da beißt die Maus keinen Faden ab.“

„Wo is´n das Metal, wenn man beim Gerappe ein bißchen Gitarren dazumischt? Oder umgekhert, Sprechgesang in den Metal-Sound, nur um im Trend zu bleiben?“

„Ich lege meine Touren immer so, daß sich auch meine Mitmusiker nicht verzetteln, vor allem, wenn diese auch eine Hauptband haben.“

„Manchmal will ein Musiker einfach mehr als der Produzent ihn läßt – das ist ein Hickhack.“

 

 

 

Cornerstone – auf die Kacke

„Wenn ich mal keine Gelegenheit habe zu singen, schreibe ich eben Zeugs, also Song.“

„Ganz ehrlich, ich würd mal gern ein Interview mit Muhammet Ali führen, er hat eine Menge ins Rollen gebracht und verändert. Aber das ist wohl nicht mehr.“

„Zum Abschlaten zwischendurch sind wir unter anderem zum Konzert von Deep Purple gewackelt.“

„Ich glaub, meine Stimme und mein Gesang wurden mit jedem Tag, an dem ich nicht singen konnte (gesundheitlich bedingt) intensiver. Das war der Frust. Definitiv.“

„Es ist cool, mit einem Basser ein Projekt zu haben. Da kommt es wenigstens nicht zu den Hahnenkämpfen zwischen Sänger und Gitarrist, wie man das ja so oft im Rampenlicht hat.“

„Bei soviel Musik muß man schon Kategorien zusammenschrauben. Auch wenn manchnal das seltsamste Zeug an Begriffen erfunden wird.“

„Würd mir leid tun, wenn sich jemand nur eine CD im Monat leisten kann und sich dann für eine entscheidet, die absoluter Kack ist. So muß man das als Musiker auch mal sehen, wenn man sich an neues Material macht.“

Dieversity: „Re/ Awakening“

Hui ui ui, na da haben wir ja ein Kleinod der härteren Fraktion. Progressive Elemente vermengen sich bei diesem Silberling gekonnt mit manch thrashigen Anleihen und lassen so manche Band echt blaß aussehen. Dabei sind die Wechsel zwischen den Genre typischen Elementen und Facetten derart fließend, daß man fast meint, anders gehört´s ja eigentlich gar nicht. Hier mal ein paar Synthies, da etwas brachialerer Sound, melodische Hooks, dann wieder ein bißchen Growling. Ein wuchtiger Fluß an spektakulären Songs mit prägnantem Drumming und ebenso tollen Basslines.

Am deutlichsten wird dies alles u.a. bei „On Your Own“, dieser Song vereint so ziemlich alle Elemente, die auf diesem Album zu finden sind, absolut spielerisch miteinander. Ganz klar, eine Party-Scheibe ist das nicht, aber wer will das schon immer. Ganz schön mächtig, was die Würzburger auf diesem Album zaubern. Robust, dynamisch und sehr, sehr energetisch zaubern sich die Würzburger durch dieses Album und liefern neben kniffligen Momenten nicht wenige Ohrwurm-Momente. Bei aller Spielerei und komplexem Songwriting bleibt die Tiefe des Materials nicht auf der Strecke, im Gegenteil, „Re/ Awakening“ ist auch in dieser Hinsicht sehr einnehmend. Empfehlen kann man das Scheibchen ruhigen Gewissens: Nicht nur Anhänger der komplizierten (progressive) Fraktion (jaja, ich weiß, es muß auch da nicht zwingend kompliziert sein, aber zumindest strukturell komplex, gelle) und des robusteren (Thrash) Metals sollten ein bzw zwei Ohren riskieren, auch die Gothic Metal-Szene dürfte absolut gut bedient sein und eigentlich jeder Metal-Freak, der nicht immer nur Heile-Heile-Welt haben will, sondern auch einfach mal Dampf unter der Schüssel. Ach ja, Soilwork´s Frontmann ist als Gastsänger mit von der Partie.

Tracklist:

Life

To Blind To See

Stop War Inferno

In Your Dreams

On Your Own

Don´t Teach Me

Speed Dial To Pain

Forget The Past

Re/ Awakening

Pardon!

Lightning: „Road To Ninja“

Fast seit zehn Jahren hat der Planet diese Band und besonders Melodic Power Metal-Fans wird´s freuen. Wer also auf Yngwie Malmsteen und Konsorten steht, ist bei den Japanern ganz vorn dabei. Diese Einflüsse hört man auch ganz deutlich hervor, das Gitarrenspiel ist immens von anderen Vertretern dieser Richtung geprägt, auch Vergleich zu Stratovarius, Freedom Call etc kommen einem in den Sinn. Man muß ganz klar sagen, daß The Lightning dieser Metal-Art sicher nicht neu erfunden haben, aber der Silberling geht sowohl technisch versiert als auch ausdrucksstark und absolut stark in der Umsetzung mehr als nur gut ab.

Das Riffing ist sehr intensiv und eindringlich, die Vocals zeigen sich elegant-melodisch und charismatisch, klassische Songwriting-Elemente, latente Renaissance-Klänge – all das findet der geneigte Hörer auf diesem Scheibchen. Auch bei den Hooks haben sich The Lightning nicht lumpen lassen. Kraftvoll, bombastisch manchmal, majestätisch hin und wieder und nie zu überladen und vollgestopft ist das Songmaterial detailliert und ebenso gut nuanciert in Szene gesetzt. Anspieltips – gute Frage: An sich ist es egal, mit welchem Song man sich an dieses Scheibchen herantastet, als Fan dieser Mucke wird man nicht enttäuscht werden. Und: „Heavy Metal (Of Destiny)“ ist entgegen dem Titel und x-fach bestätigten Vergleichsbeispielen kein abgedroschener Auf-Nummer-Sicher-geh-Mitgröhltrack. Schon allein das ist erfrischend.

Tracklist:

Man Of Men

Raise The Sun

Save The Truth

DESTINY Destination

Far Away

Stand Alone

Sldier Force

Heavy Metal (Of Destiny)

Thousand Fields

Sail Away

Raise The Sun (Japanese)

The Pretty Things: „The Sweet Pretty Things (Are In Bed Now, Of Course…)“

Sieben lange Jahre sollte es dauern. Bis sich The Pretty Things mit einem neuen Streich zurückmelden. Absolut chillig, mit einem satten Groove und bodenständig klingt dieser Silberling. Klar ist der Sound dieser Band in den 70ern hängengeblieben, ein Schelm, wer anderes denkt. The Pretty Things preschen nicht nach vorn, gemächlich, gemütlich, ein wenig Southern Rock-Flair, mal bluesig wie bei „And I Do“ oder einfach schön treibend-groovig bei „The Same Sun“. Fans handgemachter, zeitloser und erdiger Musik kommen hier auf alle Fälle auf ihre Kosten. Kraftvoll und zugleich relaxed scheinen The Pretty Things der Sound absolut geschmiert von der Hand zu gehen, mit einer derartigen Selbstverständlichkeit bekommt man hier eingängigen, logisch nachvollziehbaren und heimeligen Rock.

Dabei sind die Songs schon durchaus auch eigenwillig, liebäugeln mal in Richtung Bob Dylan, mal Lynyrd Skynyrd oder Steppenwolf. Altbacken wirkt hier gar nichts, gediegen ja – und genau das macht das enorme Ausstrahlungspotential dieses Scheibchens aus. Interessierten Rock-Fans sei auch „Turn My Head“ ans Herz gelegt, ebenso auch „Dark Days“. The Pretty Things präsentieren sich immer wieder von einer anderen Seite, doch es sind die kleinen Nuancen, während sie andererseits absolut unverkennbar bleiben wie eh und je.

Tracklist:

The Same Sun

And I Do

Renaissance Fair

You Took Me By Surprise

Urn My Head

Dark Days

Greenwiid Tree

Hell, Here And Nowhere

In The Soukh

Dirty Song

Lucifer´s Friend: „Banquet“

Auch hier handelt es sich um eine Neuauflage des Albums, das bereit 1974 via Repertoire Records erschienen ist. Den Vergleich, ob die Überarbeitung nötig war, können nur diejenigen unter uns anstellen, die die Erstveröffentlichung ihr Eigen nennen. Doch selbst wenn beim Original der Sound bereits derart brillant ist, hat es dieses Scheibchen mehr als verdient, nochmals in Erinnerung gebracht zu werden. Hier werden spielerisch Äras miteinander verbunden Swingelemente locjker flockig in Art und Melodic Metal eingebaut. Kein Song gleicht dem anderen, Abwechslung, vor allen in den Arrangements und den Details wird großgeschrieben.

Dennoch verlieren sich Lucifer´s Friend nicht in Frickeleien oder selbstverliebten Selbstdarstellungen, Endlos-Soli oder dergleichen. Harmonisch und dynamisch zieht diese Band hochwertiges Material mit viel Ausdruckskraft von Anfang bis Ende durch. Dies hier ist wirklich absolut feinster Art Rock oder wenn man so will auch Progressive Rock, der nicht aufdringlichen Art. Komplex ist das Material, keine Frage, doch leidet unter aller technischer Fertigkeit der Band der Sound zu keinem Zeitpunkt. Es ist absolut gigantisch, wie sich hier die Songs leichtfüßig steigern, wie auch die geradlinigsten Riffs Abwechslung bieten können. Ein tolles Muß-man-haben-Album. Zum Reinspitzen sei mal „Thus Spoken Oberan“ als Tip genannt. Wer Deep Purple, Pink Floyd und The Who mag, wird dieses Album lieben.

Tracklist:

Spanish Galleon

Thus Spoken Oberon

High Fly Lady – Goodbye

Sorrow

Dirty Old Town

Bonus Track: Our World Is A Rock´n´Roll Band

Lucifer´s Friend: „Mind Exploding“

Bei diesem Album handelt es sich um eine re-masterte Version aus dem Jahre 1976 – und die hat sich echt gewaschen. „Mind Exploding“ ist ein absoluter Leckerbissen für Fans melodischen Progressive Rocks, nicht zu vertrackt, zu verkniffen und absolut glasklar in Szene gesetzt. „Moonshine River“ startet dabei sehr rockig und erdig, mit nicht wenigen Anleihen an Uriah Heep. Dynamische und auch wieder zarte Melodieführungen bestimmen dieses abwechslungsreiche und bei aller Eingängigkeit auch eigenwillige Kleinod. Klar dürfen auch kleine Ausflüge in Richtung Fusion und Swing nicht fehlen, Musical-Teenage-Heavy kommt ebenso hoch. Jenes unverkennbare Flair der 70er Marke Meat Loaf und Co.

Die Breaks gestalten sich spielerisch, nicht zu knifflig, die Songs scheinen weder zu klang, noch zu kurz, zu langatmig – die Tracks sind absolut in sich stimmig, mit einem erstklassigem Gespür für geniale Songführung, Songwriting, Intonation und Inszenierung. Absolut empfehlenswert! Wer Lucifer´s Friend noch nicht kennen sollte: Ein Griff zu „Mind Exploding“ lohnt sich auch für Fans von Combos wie Poverty´s No Crime und weitere Vertreter des filigranen, harmonischen Prog Rocks bzw Art Rocks. Und neben anspruchsvoll ist dieses Scheibchen auch noch wahnsinnig eingängig.

Dynamisch, ab und an etwas bluesig, auch 70er-Purple-Fans, Toto-Anhänger, diejenigen, die Air Supply mögen, dürften hier zu Hause sein.

Tracklist:

Moonshine Rider

Blind Boy

Broklen Toys

Fugitive

Natural Born Mover

Free Hooker

Yesterday´s Ideals