Barbi Schiller – Sprache, eine Waffe mit Vorsicht zu benutzen

„Heutzutage geht es im Entertainment doch kaum noch im Kunst – in den TV-Sendungen werden die Leute nur zur Ergötzung des Publikums oder der Drama zugunsten der Einschaltquoten runter gemacht. Wo hat das noch was mit Kunst zu tun. Früher wurde man eben vierbeinigen Tieren zum Fraß vorgeworfen.“

„Ein bißchen Einblick in Sachen Presse und Kunst hab ich schon, ich hab selbst mal für die Dachauer Nachrichten geschrieben. Über Jazz sollte ich schreiben, dabei ich null Ahnung. Wie die Leser vorher wie nachher wohl auch nicht.“

„Mir ist viel daran gelegen, meine eigenen Lyrics umzusetzen, Sprache ist mir enorm wichtig. Auch wenn Sprache ein zweischneidiges Schwert ist, man kann damit auch viel Schaden anrichten. Leider ist meine Leidenschaft für Texte und daß Songs auch dazu passen sollen nicht so das Ding eines jeden Produzenten.“

„Mir sind kleine Labels lieber, die einen nicht für blöd verkaufen. BMG haben mir einen Vertrag angeboten, aber da sollte ich totales Tralala singen…“

„Ich bin ein Pazifist, würde ich mal sagen. Aber manchmal kommt man drum herum, Sachen auszufechten und Stellung zu beziehen.“

Andi Deris – oder: Schlumpfalarm?

Vorweg: Ich hab mich bei diesem Interview gekringelt, das war eine wahre Pracht. Aber lest selbst:

„Der neue Klampfer heißt Don Pupillo. Naja, eigentlich nicht, sondern Mike. Wir haben ihn aber umgetauft, weil er Spanier ist.“

„Weiki (Michael Weikath) ist eh nicht mehr ganz normal. Wenn ich was für die Gitarre geschrieben hab, dann kommt der daher und pfriemelt überall noch mal drei Töne dazwischen. Der ist ein permanent zappeliger Klassik-Kasper. Was wiederum dazu führt, daß ich beim Songwriting schon mal versuch vorzustellen, wie der Song klingen würde, wenn man ihn in doppelter Geschwindgkeit spielt.“

„Vielleicht sollte ich mal eine Best-Of-Andi-Dingsbums-Tour machen. Krempel von Helloween und Pink Cream 69 gemischt mit meinem Solo-Zeug… Ansonsten bin ich nicht für diese Vermischungen, besonders bei Konzerten.“

Andi zu Helloween´s Version von *Hokus Pokus* und seinem Gejodel: „An sich ist das Jodeln ja eine gängige Übung beim Gesang, auch zum Aufwärmen. Am Anfang klang das wirklich wie… naja, halt nicht schön. Hab dann irgendwann beschlossen, daß es jetzt paßt, mir hat´mitm Üben gereicht. Da jodelst dir einen ab und kommst dir vor wie der letzte Depp. Keine Ahnung, ob es dann wirklich auch gepaßt hat, aber ich wollte das so haben.“

„Als Mann Kopfstimme singen darf nur Alf Ator von Knorkator.“

„Unser Drummer Uli (Kusch) braucht das Trommeln – vergleichbar wie Nutella zum Frühstück, aber bloß nicht nur in seinem Kämmerlein. Da isser dann traurig.“

„Geile Sache, wir haben eine Helloween-Tribute-CD geschickt bekommen, aus Südamerika. Hamerhart. Also, ich kenn das so, da haste Power oben und unten an den Instrumenten, sozuagen Arie 1 und Arnie 2 (zur Verdeutlichung: Die tiefen Bereiche fürs Riffing, Powerchords etc und weiter oben an den Saiten halt das Gefrickel und die Melodien. Bei denen war das aber voll verdreht, die haben die beiden Terminators vertauscht, Glaub´s oder niht, ich habe unsere eigenen Songs kaum mehr erkannt. Der Silberling war mit *Before The War* betitelt, klang aber eher nach Trümmerhaufen nach´m Krieg. Das sind echte Meister – Power ohne Ende – im Kaputtmachen Eins A.“

Avanatasia – Psychische Abgründe

„Als ich debn ersten Teil von Avanatasia in Angirff genommen hab, war das schon einfacher: Es war etwas neues, da sind noch keine sonderlichen Erwartungen von außen da. So ungefähr ‚ah, da kommt der Vogel schon wieder, mal warten, was da kommt‘.“

„Ich weiß nicht, ob man anders gestaltete Songs einfach als eben anders gestaltete Songs mit anderen Betonungen und Hauptaugenmerken sehen oder das gleich als Steigerungn bezeichnen sollte.“

„Ich finde es bei den Leutchen, die hier mitmachen einfach klasse, daß man ihre Rolle eigentlich aus deren Intonation schon heraushören kann“, sags und verweist dabei unter anderem auf Bob Catley.

„Mit Edguy war uns der Druck eigentlich nei so wirklich bewußt, unsere Art von Musik wollte doch damals eh keiner hören. Quietschmetal nee, Grunge ja. Klar macht man sich dann aber auch Gedanken, wenn ein Label entsprechend viel investiert und an einen glaubt.“

„Avantasia war für mich so eine Art Liebhaberei – meine persönliche Modelleisenbahn – zu Beginn wär es mir am liebsten gewesen, wenn die Scheibe gar nicht rausgekommen wäre, damals.“

„naja, andererseits konnte es so schlimm auch nicht werden – außer ich hätte musikalisch einen total anderen Weg eingeschlagn. Also Jazz oder sowas wär wohl ein Schuß nach hinten geworden.“

„Man sollte Druck so weit es möglich ist als Künstler ignorieren bzw hinten anstellen. Auch Vergleiche oder Dinge, die negativ erstmal auf einen einwirken sollten im Kopf nicht in den Vordergrund rücken.“

„Einflüsse helfen doch auch dabei, seinen eigenen Stil und eigene Frische zu entwickeln.“

„Ich find das schwierig, Musik zu beschreiben, man kann nkcht ja nicht schreiben ‚bei dem Song fühl ich mich wie ein Flugzeug inmitten von rosa Wölkchen‘ oder sowas. Aber beschreiben will man das Ganze ja auch. Find ich nicht so einfach.“

„Es geht nicht von Heute auf Morgen, daß sich die Magie einer Band bemerkbar macht und sich entfaltet. Man muß keine musikalische Variante von Daniel Düsentrieb sein.“

Airborn – warum sollte man immer die Klappe halten, nur weil man nichts ändern kann?

„Was sollen wir groß erwarten, wir wissen, daß die Metalszene vollgestopft ist und es eine Menge Bands gibt – da muß man sich eben seine Nische suchen.“

„Maollte sich echt bemühen, auch wenn einem noch so viele tolle Einflüsse am Herzen liegen, die Gratwanderung zwischen Kopie und Inspiration zu schaffen.“

„Wenn man sich als Künstler anderen Musikrichtungen gegenüber vollends verschließt und diese ablehnt, wird man auch immer im gleichen Fahrasser bleiben. Es gibt auch woanders tolle Ideen und Einflüsse. Was ich allerdings wirklich als Drame empfinde, ist die heutige Pop-Szene.“

„Beim Songwriting fummel ich immer erst mal Grundgerüst der Songs mit Keyboard rum. Mit dem Rest bzw dem Ergebnis dürfen sich dann meine Kollegene rumärgern, hehe.“

„Wo bitteschön funktioniert denn eigentlich noch Demokratie? Und warum sollten wir als Metalband unsere Meinung nicht kundtun?“

„Genau, wir verwüsten Hotelzimmer“ – Axxis

„Motivation und Enthusiasmus müssen dabei sein, sonst macht die ganze Sache keinen Sinn und ich kann auch gleich einen anderen Job machen, der mir keinen Spaß macht und mich nicht erfüllt.“

„Mache unserer Scheiben sind wie Fotos. Einige kann ich immer wieder und lange anhören, andere eben null. Und um bei den Fotos zu bleiben: Man will auf jedem optisch was hermachen, aber es wird einfach nicht immer was.“

„Deutschland ist irgendwie wie ein Käfig, vor allem, wenn man aks Musiker da nicht rauskommt. Wir haben es uns Stück für Stück wieder erarbeitet, daß sich das ändert. Das geht natürlich nur, wenn mal als Künstler auch die dementsprechende Unterstützung und Freiheit seitens der Plattenfirma etwa hat.“

„Ich finde es auch wichtig, daß einem die eigene  Plattenfirma mal Gas gibt, gerade wenn es um neue Promo-Ideen geht, die verwirklicht werden sollen.“

„Allein irgendwo in der Ecke an Musik zu tüftelt wär nicht meins. Ich bracuh Feedback, jemanden, der sagt, ob as gut ist oder Schrott etc.“

„Das mit Pink Cream 69 war lustig – was da an Konkurrenzdenken von außen aufgebaucht wurde, nee. Wir untereinander mochten uns schon immer und kamen wunderbar klar. Wie man ja dann mit den gemeinsamen Touren etc gesehen hat, wir hätten ja fast fusionieren können.“

„Das war echt der Bringer: Bekommen die Rechnung von einem Hotel, ind em wir genächtigt hatten – und es waren alle möglichen Schäden, die wir angeblich verursacht hätten, aufgelistet. Versaute Teppiche etc… klar hat die Presse gleich regaiert à la ‚Rockband verwüstete Hotelzimmer‘. Sowas würde ich auch nicht als den Rock´n´Roll leben verstehen, denn das heißt für mich einfach eine Freiheit zu genießen, die so im normalen Leben nicht drin ist.“