Fear Factory: „Genexus“

fearBlickt man mal zurück, ist es echt sagenhaft, was sich so entwickeln kann. Ob die ersten Jahre von Fear Factory, als Pioniere des Hardcore, Industrial Metal solche Alben erwarten ließen? Naja, aber der Begriff Pioniere läßt es schon vermuten. Die Entwicklung im Laufe der Jahre dieser Band war schon immer beeindruckend, auf Vorhandenem wurde sich nicht ausgeruht. Und so ist es eigentlich nicht wirklich überraschend, was für ein superbes Album „Genexus“ darstellt. Es ist schlicht der Hammer. Die Grenzen zwischen brachialem Sound, kompromißlosen Vocals, thrashig-treibender Härte, sphärischen, enorm ausdrucksstarken Melodien und weichen, filigranen Umsetzungen vermischen sich komplett – und was kommt heraus? Eines jener Alben, das wieder einmal die Grenzen der Genres sprengt und die Meßlatte ganz neu ansetzt. Continue reading „Fear Factory: „Genexus““

Pentagram: „Curious Volume“

pentagramDie Doom-Haudegen um Bobby Liebling melden sich eindrucksvoll mit ihrem achten Studio-Scheibchen zurück und frönen dem Oldschool-Sound als gäbe es kein Morgen. Ein bißchen punkig in Szene gesetzt, sägend, trocken und garagig hauen Pentagram gleich mit „Lay Down And Die“ in die metallische Kerbe für wuchtigeren Sound, während sich beim Nachfolger „The Tempter Push“ ein wenig mehr Blues dazu gesellt und auch der Anteil etwas mehr Richtung Stoner-Einflüsse verschiebt. Dumpfe Gitarren, eher klarer Gesang, dabei beides gut voneinander produktionstechnisch differenziert. Schafft gleich noch mal mehr Wucht und Vielschichtigkeit im warmen Sound der Band. Continue reading „Pentagram: „Curious Volume““

Praying Mantis: „Legacy“

prayingDie NWoBHM-Legende präsentiert sich mit einem neuen Album und es scheint, als sei die Zeit in musikalischer Hinsicht absolut stehen geblieben. Kerniger Gesang, der manch wehmütige Erinnerungen die Stimmfarbe Ronnie James Dio´s wachwerden läßt. Von Anfang an („Fight For Your Honour“) treibend, eingängig und flächig in Szene gesetzt ist es für dieses Schmuckstück ein Leichtes, sich ins Herz eines jeden Heavy-Fans melodischer Klänge zu spielen. Der 80-Touch ist so satt, daß er fast aus den Boxen quillt. Sphärisch, gitarrenstark, aber auch nicht zu aufdringlich arbeiten sich Praying Mantis stilvoll durch die Tracks dieses Scheibchens. Continue reading „Praying Mantis: „Legacy““

Promomartyr: „The Agent Intellect“

promoWer auf erdigen, leiht poppigen und doch punkigen Sound der Wave-Welle und Bands à la The Cure steht, ist bei diesem Silberling schon mal goldrichtig. „The Devil In His Youth“ steigt flott und mit latenten sonoren Vocals ins Geschehen ein und entführt einen gleich mal in eine andere Ära als die der glatt polierten Musik mit tausend Effekten aus dem Computer. Auch The Cruxshadows könnten durchaus für Tracks wie „Coards Starve“ Pate gestanden haben, das Flair ist unverkennbar, die Trademarks dieses Avantgarde-Punk-Waves bedienen sich immer wirkungsvoll einer gewissen Monotonie beim Gesang, hintergründiger, leicht unsauberer Hintergrund-Instrumentierung und sich steigernder Dynamik. Continue reading „Promomartyr: „The Agent Intellect““

Holly Golightly: „Slowtown Now“

hollyNa, wer erinnert sich noch an Zeiten, in denen Brenda Lee und Little Eva rauf und runter die Hitparaden und Radio-Stationen zu hören waren? Und exakt da paßt Holly Golightly perfekt ins Bild: Auf 50er-Rock´n´Roll der lasziven Art getrimmt würden diese Tracks hier auch so manchem James Bond-Soundtrack gut zu Gesicht stehen. „Seven Wonders“ zeigt einem lässig und verhalten ein wenig die kalte Schulter, während „Fool Fool Fool“ wunderbar den 50er-Jahre Flair mit einer satten Portion Stoner Rock verbindet. Der stets leicht mondäne Gesang der guten Dame tut sein Übriges dazu. Moderne? Trends? Nee, lieber nicht – hier ist die Zeit einfach stehen geblieben und „Slowtown Now“ kommt verdammt gut und überzeugend in diesem Gewand. Continue reading „Holly Golightly: „Slowtown Now““

Edenbridge zum Zweitling „Arcana“

eden 2Nach dem furiosen Debut der Epic Metaller aus Österreich waren nicht wenige auf den Nachschlag gespannt. Mit *Arcana* hat es die Band um Gitarrist und Songwriter Lanvall nicht nur spielend geschafft, das Debut zu toppen, auch die Weiterentwicklung der band ist beachtlich.

Die Songs für den Erstling wurden bereits lang lang vor dem Release geschrieben, während ein Großteil der neuen Songs bereits zur Veröffentlichung der ersten Scheibe fertig war. „Der Rest der Stücke entstand nach der Tour mit Axxis und Pink Cream 69 im Januar diesen Jahres. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich keinen Druck verspürt, im Januar dann allerdings schon, da eben das Material für die neue Platte noch nicht unter Dach und Fach war. Ich möchte nicht zu lange brauchen, um einen neuen Output nachzuschieben und mittlerweile haben wir auch schon wieder ein paar neue Tracks.“ Continue reading „Edenbridge zum Zweitling „Arcana““

In Extremo History

inexIn Extremo ist eine deutsche Band, die dem Mittelalter-Rock zugeordnet wird. Die siebenköpfige Band wurde 1995 in Berlin gegründet. Mit über 1,5 Millionen verkauften Tonträgern ist In Extremo die kommerziell erfolgreichste Band im Bereich des Mittelalter-Rock/Mittelalter-Metal und eine der erfolgreichsten Bands Deutschlands.

In Extremo (kurz InEx) entstand aus zwei anfangs voneinander unabhängigen Projekten: einer namenlosen reinen Mittelalter-Band und einer Rockband. Bekannt wurde die Formation durch häufige Präsenz auf Mittelaltermärkten und anderen Veranstaltungen, auf denen die Musiker ihre Akustikstücke spielten. Während der Proben für die Saison 1995 erfand Michael Robert Rhein (alias Das Letzte Einhorn) den lateinischen Projektnamen „In Extremo“, der auf Deutsch „zu guter Letzt“ beziehungsweise „in Vollendung“ bedeutet. Die Band ist bekannt für die auf ihren Konzerten verwendete Pyrotechnik. Continue reading „In Extremo History“

The Other – Von Comics, Spinnen, Schuhen und Moderatoren ohne Herzblut

Eine Frechheit an Musiker und Musik

Mit Interviews verhält es sich eben einfach so wie mit allen anderen Terminen auch: Manchmal kommt halt schlicht etwas dazwischen. Recht früh war ich mit meiner Interview-Anfrage auch nicht dran, schließlich ist das aktuelle Scheibchen „Fear Itself“ schon ein paar the other 2Monate raus – tut dem Ganzen aber keinen Abbruch und wer die Platte noch nicht hat, kriegt´s halt jetzt mal mit. Schnarchzapfen 😉 Mit dem emsigen Fronter Rod Usher (alias Thorsten Wilms) läßt es sich´s wunderbar quatschen, nicht nur direkt zum neuen Album, aber lest selbst. Recht aus dem Rahmen fällt bei „Fear Itself“ die Machart des Covers und je genauer man hinschaut, umso mehr glaubt man zu entdecken. „Wir wollten alles mit einbinden, was mit Grusel zu tun hat – wobei, die Spinne, hust, die betrifft mich selbst“, gesteht der Sänger. „Und die Sache mit dem Labyrinth ist spätestens seit ich ‚Shining‘ gelesen und dann gesehen habe (Stephen King für alle, die´s immer noch nicht wissen) ist eh gegessen. Continue reading „The Other – Von Comics, Spinnen, Schuhen und Moderatoren ohne Herzblut“

Dave Alvin & Phil Alvin: „Lost Time“

Blues. Rezension fertig. Nein, laßt Euch nicht hochnehmen. „Lost Time“alvin ist ein absolutes Feinerle für alle, die auf Blues satt stehen, dabei aber keine endlos Soli wollen oder Songs, die vor lauter Wehleidigkeit nichtwirklich in die Lauscher wollen. Mit voller Inbrunst wird hier zwar lässig cool gegroovt, die Sechssaiter zum Singen gebracht – als Soundtrack bei „Blues Brothers“ wäre diese Scheibe die Wahl der Stunde gewesen, aber war wohl zeitlich nichts.

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PiL (Public image Ldt): „What The World Needs Now“

PilGut möglich, daß es nicht bei jedem bei diesem Band-Namen klingelt. Und als erstes kommen einen Gedanken an Sex Pistols, Hawkwind, Jane und Co in den Sinn. Kein Wunder, PiL sind doch auch das (naja, nicht mehr ganz so) neue Projekt von Sex Pistols-Macher John Lydon – und nach geschlagenen 17 Jahren gibt es nun wieder neues Studio-Material auf die Haube. Und nach 28 Jahren Bühnenabstinenz wird auch das zum neuen Scheibchen wieder geändert. Rock´n´Rollig und quirlig geht´s gleich mit „Double Trouble“ in die Runde, Punk steht ebenso fett auf diesem Album geschrieben wie ein bißchen Psychedelic, Progressive… Genres spielen hier keine Rolle. Continue reading „PiL (Public image Ldt): „What The World Needs Now““