Brainstorm: „Scary Creatures“

Auch Brainstorm versüßen den Metalheads den Einstieg ins noch junge Jahr mit ihrem aktuellen Album „Scary Creatures“. Angriffslustig, aber doch in den Melodien etwas introvertiert kommen Tracks wie schon der Opener „The World To See“ kraftvoll, ab er eben auch wieder abwartend, natürlich-griffig und einnehmend mit einer ganz eigenen Stimmung daher. Mitreißend-beobachtend – einen gewissen mystischen Touch kann man den Songs nicht absprechen. Die Power Metaller setzen nicht auf Bombast, wenngleich „We Are…“ hymnenhaft-majestätisch, mit Chorversatzstücken und langsamer zum Refrain hin werdend, ein tolles Beispiel dafür ist, wie die Tracks immer wieder aus dem Hintergrund heraus Gas geben und anziehen.

„Where Angels Dream“ gibt sich gleich zu Beginn mit einem brachialen Einstieg die Ehre, während der Titelsong düster und mit ganz eigenem Temperament aufwartet. Dabei nehmen auch die Instrumentalpassagen mehr Raum ein und setzen tolle orchestrale Linien, doch gänzlich ohne Bombast. Vielmehr präsentieren sich brainstormBrainstorm etwas drückend, staubig und trocken. Bei „Caressed In Black“ wird endgültig deutlich, daß dieser Silberling in seinem Verlauf immer mehr aus sich heraus kommt, um sich greift und in Sachen Griffigkeit und Prägnanz andere Nuancen zu Tage treten. Bei aller Power und Sättigung wohnt „Scary Creatures“ eine galante Leichfüßigkeit ind er Umsetzung inne.

Absolute Hinhörer sind auch „Take Me To The Never“ und „Sky Among The Clouds”. Erstes Stück glänzt einfach mit coolem Groove und der Abschluß wabert sich stimmungs-anheizenden durch die Landschaft. „Scary Creatures“ kann man einen gewissen „Implosionsfaktor“ nicht absprechen und genau das macht dieses Album so besonders, eigenständig und verleiht auch den treffsicheren Hooks noch eine Prise Besonderheit in ihrer Wirkung. Also, rein auf das Angebot an derzeitigen Veröffentlichungen bezogen fängt 2016 doch für Metalfreaks und Rocknasen doch erstklassig an. Unbedingt reinhören. Wer eh auf den Sound von Brainstorm steht, kann getrost blind zugreifen und sich auf eine tiefschürfende Mischung aus Power und dezenter Zurückhaltung freuen. Das punktet an diesem Album ungemein. EV

Tracklist:

The World To See
How Much Can You Take
We Are…
Where Angels Dream
Scray Creatures
Twisted Ways
Caressed By The Blackness
Scars In Your Eyes
Take Me To The Never
Sky Among The Clouds

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