Jane Getter Premonition: „On“

Die Gitarristin und Komponistin Jane Getter hat hier weder an ihren Mitmusikern in Sachen Klasse gegeizt, noch was die Experimentierfreudigkeit ihres Sounds betrifft. Für schwache Nerven ist diese Platte nichts. Wer allerdings auf fetten Fusion-Einschlag, ein wenig Funk, ein bißchen Jazz und verdrehte Prog-Anleihen steht, ist bei der guten Lady verdammt richtig. Trocken und schlank sind die Songs in Szene gesetzt, brillieren allein durch das Songwriting und das Spiel – unnötiges Getöse kommt nicht in die Tüte.

Ein bißchen Art Rock, ein paar bluesige Ansätze, viel Gefühl, auch jane getterbei den vertracktesten Parts und viel Instrumental-Passagen. Nicht, daß der Gesang gänzlich hinten angestellt wäre, aber dominant ist er eben nicht. Es findet sich ebenso viel 60er und 70er Flair in den Kompositionen und wer nur 08/15-Chart-Mucke kennt, dürfte fragen, was Jane Getter so zu sich nimmt.

Musikliebhaber und solche, die musikalische und handwerkliche Klasse noch erkennen, werden den Hut ziehen – Geschmack hin oder her. Logisch sind die Tracks gitarrenlastig, alles andere wäre auch verwunderlich, in bester Melissa Etheridge-Manier abgespeckt, auf den Punkt gebracht und in dieser Basis wird rumgefuhrwerkt. „Train Man“ hat zugleich etwas Erdiges und doch auch Durchgeknalltes an sich, „Diversion“ rutscht von zarten, akustischen Anfängen mit authentischer Stimmung gekonnt in die Schräglage – alles in allen ein Album zum Darin-Versinken und Abdrehen. Wenn man Zugang zu experimentalem Rock hat. Superb, aber schwere Kost. EV

Tracklist:

Surprised
Where Somewhere
Pressure Point
Train Man
Diversion
Falling
Logan (would´ve sounded great on this)
Transparent

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