The Doors

Bandgeschichte

Gründungsphase

Die Band The Doors wurde im Sommer 1965 von Jim Morrison und Ray Manzarek am Strand von Venice Beach (Kalifornien) gegründet. Der Bandname entstand in Anlehnung an den Essay von Aldous Huxley The Doors of Perception (Die Pforten der Wahrnehmung). Aldous Huxley entnahm den Titel seines Essays einem Zitat von William Blakes The Marriage of Heaven and Hell:

„If the doors of perception were cleansed every thing would appear to man as it is, infinite.“

(„Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, würde den Menschen alles so erscheinen, wie es in Wirklichkeit ist: unendlich.“)

Nachdem Morrison Manzarek einige seiner Kompositionen vorgetragen hatte (unter anderem Moonlight Drive), war dieser von Morrisons poetischem Potential so beeindruckt, dass er ihm die Gründung einer Band vorschlug. Manzarek hatte bereits mit seinen Brüdern Rick and the Ravens gegründet. Diese verließen jedoch die neue Band, nachdem Morrison dieser beigetreten war.

Morrison und Manzarek machten sich auf die Suche nach passenden Musikern. Bei einem Meditations-Kurs trafen sie zufällig Robby Krieger und John Densmore, die Gitarre und Schlagzeug spielten. Manzarek kompensierte das Fehlen eines Bassisten dadurch, dass er mit der einen Hand die rhythmische Begleitung auf einer Vox-Continental-Orgel und mit der anderen die Bassbegleitung auf einem Fender Rhodes Piano Bass spielte. Krieger wiederum konnte Morrison insbesondere durch die klanglichen Möglichkeiten seines Bottleneck-Spiels beeindrucken.

Erfolg

Nach einigen Auftritten, unter anderem mit Sonny and Cher bei einem Highschool-Abschlussball, oder auf Partys und Tanzveranstaltungen unterschrieben die Doors einen Vertrag bei Columbia, die damals auch Künstler wie Bob Dylan unter Vertrag hatten. Allerdings erschien dort keine Platte, kurz darauf wurde deshalb der Vertrag „in beiderseitigem Einvernehmen“ wieder aufgelöst. Manzarek brachte der Vertrag den Besitz einer neuen Vox-Continental-Orgel.

Die Doors spielten einige Zeit für wenig Geld im Club London Fog und entwickelten dort ihren individuellen Musikstil, während Jim Morrison dort seine Bühnenpräsenz entwickelte. Morrison soll zuerst sehr schüchtern gewesen sein und lange Zeit dem Publikum den Rücken zugewandt haben.

Nach den Auftritten im London Fog wechselten sie ins prestigeträchtige Whisky A Go-Go, in dem schon bekannte Bands aus Los Angeles wie Love gespielt hatten. Nach einigen Monaten mit regelmäßigen Auftritten als Hausband und ständige Vorgruppe der Top-Acts fügte Morrison eines Abends dem bis dato eher harmlosen Lied The End die ödipalen Zeilen „Father, I want to kill you, Mother I want to fuck you“ an, die später zu seiner Berühmtheit erheblich beitragen sollten. Der Besitzer des Clubs untersagte daraufhin weitere Auftritte der Band. Auf vielen Aufnahmen bzw. bei vielen Radiosendern wurde die anstößige Zeile unkenntlich gemacht oder das ganze Stück auf den Index gesetzt. Kurz darauf nahm Elektra Records die Doors unter Vertrag.

Trotz mehrerer Drogenerfahrungen, besonders in der Anfangszeit der Doors, bewahrte Manzarek anders als Morrison eine gewisse Distanz zu den zu dieser Zeit teilweise üblichen Exzessen. Robby Krieger hatte nichts dagegen, ab und an mal einen „Trip“ einzuwerfen. John Densmore war den Ausschweifungen gegenüber abgeneigter.

Ray Manzarek prägte durch sein Orgelspiel die Musik der Band entscheidend mit, zudem improvisierten er und Gitarrist Robby Krieger in langen Soli. Die aktive Zeit als Doors-Keyboarder bezeichnete Manzarek selbst als eine Zeit der höchsten Erfüllung, obwohl er abseits der Bühne manchen Exzess und besonders die stärker werdende Persönlichkeitsspaltung des Leadsängers Morrison kritisch betrachtete. Bei den Live-Auftritten konnte Manzarek dank eines eigenen Mikrofons mit ins Geschehen eingreifen, weshalb seine tiefe, markige Stimme in vielen Live-Aufnahmen zu hören ist. Einige Stücke, zum Beispiel Close To You, sang er selbst. Dennoch verdankt die Band ihre große Popularität vor allem dem als charismatisch empfundenen Sänger Jim Morrison, der der Gruppe ein Gesicht verlieh. Markant für The Doors war die von Improvisation und Morrisons exzentrischem Auftreten geprägte Bühnenshow.

Nach Morrisons Tod

Nach dem Tod von Jim Morrison am 3. Juli 1971 in Paris brachten die restlichen Bandmitglieder noch zwei Alben heraus, die aber wenig erfolgreich waren. Im April 1973 löste sich die Band auf. Zu einem Reunion-Konzert traten die drei überlebenden Doors-Mitglieder am 26. September 2000 noch einmal zusammen, gemeinsam mit mehreren Sängern (wie Ian Astbury von der englischen Rock-Band The Cult), die Morrisons Part übernahmen.

1993 wurden die Doors in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Das Jahr 2003 brachte wieder Bewegung in die Bandgeschichte. Mit Ian Astbury gingen Manzarek und Krieger zunächst in den USA wieder auf Tournee, wobei sie allerdings den Bandnamen in „The Doors Of The 21st Century“ geändert hatten. John Densmore lehnte ein Comeback ab. 2004 folgte eine Welttournee. Hintergrund für die Namensänderung ist ein in den USA anhängiger Rechtsstreit, der von John Densmore und den Eltern Jim Morrisons gegen die beiden übrigen Bandmitglieder initiiert wurde. Anstelle von John Densmore spielte jetzt Ty Dennis Schlagzeug und anders als früher trat die Band mit einem Bassisten (Angelo Barbera) auf. Am 22. Juli 2005 verbot der „Los Angeles Superior Court“ Manzarek und Krieger die Benutzung des Namens „The Doors“ sowie des Doors-Logos. Außerdem ordnete das Gericht an, dass Manzarek und Krieger alle Gewinne aus den „The Doors Of The 21st Century“ an die ursprüngliche Doors-Partnerschaft herauszugeben haben. Danach trat die Band unter dem Namen „Riders on the Storm“ auf.

Ein weiterer Prozess gegen die Urmitglieder der Band wurde von dem The Police-Schlagzeuger Stewart Copeland angestrengt, der zunächst als Schlagzeuger für die neuformierte Band vorgesehen war. Die Klage wurde abgewiesen.

Am 5. Januar 2005 verstarb der Manager der „The Doors Of The 21st Century“, Danny Sugerman.

Im März 2007 stieg Ian Astbury aus. Dafür wurde Brett Scallions als Sänger engagiert, der früher Sänger bei der Gruppe „Fuel“ war.

Am 3. Juli 2011 gingen Ray Manzarek und Robby Krieger erneut auf Welttournee. Aus Anlass des 40. Todestages von Jim Morrison begannen sie diese in Paris im Bataclan als „Ray und Robby of The Doors“. Als Sänger engagierten sie Dave Brock von der Coverband „Wild Child“. Angelo Barbera ersetzten sie durch den Bassisten Phil Chen.

2011 veröffentlichte Skrillex mit den Doors das Lied Breakn’ a Sweat, das für den Dokumentarfilm Re:Generation komponiert wurde.

Im Frühjahr 2012 berichtete Robby Krieger in einem Interview im Rahmen der Promotion für die 40th Anniversary Edition des Albums L. A. Woman gegenüber der Musikerzeitschrift Gitarre & Bass, dass es gemeinsame Proben mit dem lange Zeit abgeneigten John Densmore gegeben habe.[4][5]

Am 20. Mai 2013 erlag Ray Manzarek im Alter von 74 Jahren einem Krebsleiden.

Diskografie

Studioalben

The Doors

Strange Days

Waiting for the Sun

The Soft Parade

Morrison Hotel

  1. A. Woman

Nach Jim Morrisons Tod

Other Voices (1971)

Full Circle (1972)

An American Prayer (1978)

Breakn’ a Sweat (2011) gemeinsam mit Skrillex, auf dessen Album Bangarang

Konzertalben

Absolutely Live (1970)

Alive She Cried (1983)

Live at the Hollywood Bowl (1987)

In Concert (1991) – „Zusammenstellung aus den oben aufgeführten Alben“ (enthält auch eine vormals unveröffentlichte Version von „The End“)

Live in Detroit (2000)

Bright Midnight: Live in America (2001)

Live in Hollywood: Highlights from the Aquarius Theater Performances (2001)

Live at the Aquarius Theatre: The First Performance (2001)

Live at the Aquarius Theater: The Second Performance (2001)

Backstage & Dangerous: The Aquarius Theatre Rehearsals 1969 (2002)

Live in Hollywood (2002)

Live in Philadelphia ’70 (2006)

Live in Boston (2007)

Pittsburgh Civic Arena (2008)

Live at the Matrix 1967 (2008)

Live in New York (2009)

Live in Vancouver 1970 (2010)

Live at the Bowl ’68 (2012)

Kompilationen

Doors 13 (1970)

Die erste Größte-Hits-Zusammenstellung der Gruppe. Für Fans ein enttäuschendes Album, da kein neues Material enthalten war.

Weird Scenes Inside The Gold Mine (1972 (LP); 2014 (CD))

Diese Zusammenstellung erschien als Doppel-LP. Neben den erfolgreichsten Titeln der Gruppe waren auch unbekanntere B-Seiten und das bislang unveröffentlichte Stück Who Scared You enthalten.

The Best Of The Doors (1973)

Dieses Album erschien als Quadrofonie-Abmischung.

Greatest Hits (1980)

Eine Zusammenstellung bekannter Stücke.

Classics (1985)

Eine Zusammenstellung bekannter Stücke.

The Best Of The Doors (1985 (LP); 1987 (CD))

Diese Zusammenstellung wurde zuerst 1985 als Doppel-LP veröffentlicht. Die CD-Version erschien 1987.

The Doors Box Set (1997)

Diese Box enthält vier CDs und ein 56-seitiges Booklet. Auf den CDs finden sich frühe Demoversionen, Live-Aufnahmen und unveröffentlichte Stücke.

The Doors Complete Studio Recordings (1999)

Diese Sammlerbox enthält die ersten sechs Studioalben der Doors auf CD sowie als Extra die CD Essential Rarities mit Demoversionen und Live-Aufnahmen. Die Alben wurden für diese Box neu abgemischt, die Hüllen sind Nachbildungen der Schallplattencover. Ein umfangreiches Booklet mit Hintergrundinformationen und Liedtexten vervollständigt die Box.

Essential Rarities (2000)

Ursprünglich als Bonus-CD für das Box-Set erschienen, wurde das Album separat auf den Markt gebracht.

Legacy: The Absolute Best (2003)

Diese Doppel-CD enthält als Besonderheit den bislang unveröffentlichten Titel Celebration of the Lizard.

Perception: 40th Anniversary Box Set (2006)

Die Box erschien anlässlich des 40. Geburtstags der Gruppe. Die ersten sechs Studioalben wurden wiederum neu abgemischt. Zudem wurde jedes der Alben um Demoaufnahmen der jeweiligen Jahre ergänzt. Zusätzlich zu den normalen CDs enthält die Box die Alben auch als DVD-Audio-Versionen mit Abmischungen in 5.1.

Very Best Of (2007)

Ebenfalls zum 40. Geburtstag kam eine weitere Best-of-Zusammenstellung auf den Markt. Das Album erschien in drei Varianten: als Einfach- und als Doppel-CD sowie als Doppel-CD plus DVD. Die Alben enthalten die Stücke in den Versionen der neu abgemischten Perception-Box. Auf der Doppel-CD sind drei Stücke des Albums An American Prayer enthalten, die sich nicht auf der Perception-Box befinden: Bird Of Prey, Stoned Immaculate und Ghost Song.

Filmografie

1968 drehte Paul Ferrara zusammen mit der Gruppe A Feast of Friends (auch als The Doors – Feast of Friends), den ersten und einzigen Film, den die Doors je über sich selbst produziert haben. Laut der Programminformation von Arte, auf dem der Film am 1. August 2015 gezeigt wurde, ist er inzwischen auf Grundlage der Negative komplett restauriert worden, wobei auch die Farben korrigiert und gesäubert und die Tonspur vom langjährigen Doors-Begleiter Bruce Botnick neu abgemischt und überarbeitet wurden. Vorher war er allenfalls in kleineren Kinos in speziellen Programmen zu sehen.

1991 wurde die Bandgeschichte unter dem Titel The Doors von Oliver Stone verfilmt. Am 17. Januar 2009 zeigte Regisseur Tom DiCillo beim Sundance Film Festival erstmals seinen Doors-Dokumentarfilm When You’re Strange. Der Film kam in den USA am 9. April 2010 in die Kinos und bekam 2011 einen Grammy in der Kategorie „Best Long Form Music Video“.[9]

Auszeichnungen

Hollywood Walk of Fame als 2329. Stern auf dem Bürgersteig von Hollywood.

Rock and Roll Hall of Fame 1993.

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel The Doors aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der
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